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Mein Diäterfolg
Ich habe 65 Kilo in 15 Monaten abgenommen. Mit eisernem Willen, gutem Essen und viel Bewegung.
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90 Kilo halten


Ich war schwer übergewichtig und habe 2008 in einem Jahr 60 Kilo mit Ernährungsumstellung durch einen Online-Diätberater und regelmäßigen Sport abgenommen (siehe Projektplan). Dies ist mein Blog übers Abnehmen, Diät und Sport: Das Abnehmen Projekt 90.

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Gunter

Doppelleben

Wie schlimm das ist, wenn man so maßlos ist wie ich. Mit einem Ziel vor Augen kann ich wohl diszipliniert sein - ich denke, das habe ich zur Genüge bewiesen. Aber wenn ich eigentlich ganz zufrieden bin und mein Ziel gar nicht so richtig konsequent verfolge, dann rutsche ich gleich in die ungebremste Völlerei ab. Das ist echt erschreckend.

Die letzten Wochen und Monate habe ich ein schlimmes Doppelleben geführt: in der Woche war ich stets der eiserne, mit an Besessenheit grenzender Euphorie Sport treibende Asket, der sich tagein tagaus nur von Salat ernährte und auch schon mal ganze Mahlzeiten ausfallen ließ. An den Wochenenden aber schlug ich maßlos über die Stränge, stopfte mich ohne Sinn und Verstand mit Kuchen und Süßigkeiten voll, spülte alles mit reichlich Alkoholhaltigem herunter und fasste ein ums andere Mal den festen Entschluss, mit einer weiteren asketischen Woche alles auszugleichen und am nächste Wochenende ganz sicher nicht wieder so schlimm sündigen zu wollen.

Aber das funktioniert einfach nicht und inzwischen geht mir dieser permantente Selbstbetrug ganz gehörig auf die Nerven - irgendwie sitze ich mit meinem abartigen Verhaltensmuster hoffnungslos tief in einer Falle fest, die mir meine eigene ausgebuffte Psyche ungemein geschickt gestellt hat.

Aber ich bin schlauer - denn ich finde jetzt zurück zum Maß. Das beginnt damit, daß ich keine überambitionierten Ziele mehr verfolge und keine unangemessenen Maßnahmen mehr ergreife. Ich lege daher heute folgendes fest:

  • 85 Kilo erreiche ich, wenn überhaupt, dann erst Mitte nächsten Jahres.
  • Um die 90 (plus/minus zwei Kilo) will ich aber bleiben und jede Woche, die mir das gelingt ist ein Erfolg.
  • Alkohol und Süßes sind nicht tabu - aber maßvoll muss es zugehen.
  • Sport praktiziere ich ausgewogen - keine erzwungenen 2-Stunden-Läufe mehr wegen des Gewichts.

Ohne übermäßigen Sport verspiele ich nämlich den derzeit ständig paraten Freifahrtschein für übermäßigen Genuß - wer nicht so viel Sport macht, darf einfach auch nicht so viel essen. So müsste ich mich doch eigentlich wieder in den Griff kriegen. Oder eben noch mehr zunehmen.

Wir werden sehen…




Gunter

Zombies

Halloween ist vorbei - und natürlich haben es vor allem unsere Kinder ausgiebig gefeiert. Sie freuen sich alljährlich darauf wie allenfalls noch auf Geburtstage und Weihnachten. Ein bisschen eigenartig ist das schon, wenn man bedenkt, das wir selbst als Kinder das Fest überhaupt nicht kannten. Dabei wäre das Einsammeln von massenhaft Süßigkeiten definitiv mein Fall gewesen - und einen leichten Hang zum Morbiden hatte ich als Nachwuchs-Gruftie damals wohl auch. Erst in den 90er-Jahren aber schwappte “All Hallows Even” aus seinem irischen Mutterland über Amerika auch zu uns hinüber. Während meiner Kindheit in der DDR gab es zwar wohl Kürbisse, aus denen wurde aber in der Regel Suppe oder Kürbiskuchen gemacht. Gräßliche Fratzen zur Abwehr böser Geister haben wir niemals geschnitzt - dabei war doch gerade das Gespenst des Kapitalismus eine allgegenwärtige, nicht zu unterschätzende Bedrohung.

Damals klingelten wir als junge Menschen noch bei den Omas und Opas im Haus, um ihr Leergut zum SERO (Sekundärrohstoffhandel) zu bringen oder ihnen die Kohlen aus dem Keller nach oben zu tragen, nicht aber um sie zu nachtschlafender Zeit mit einem geschrienen “Süßes sonst gibts Saures!” wegen eines popeligen “Fetzer”-Riegels aus der wohlverdienten Nachtruhe hochschrecken zu lassen. Das wiederum ist der Jugend von heute vollkommen fremd. Es geht nur noch darum, wer am schnellsten zum nächsten Haus rennen, den höchstgelegenen Klingelknopf erreichen, am lautesten schreien und einen der vorderen Plätze am Gartentor ergattern kann. Glücklich und erfolgreich ist nur, wer beim abschließenden Tütenvergleich die dickste hat - eine perfekte Schule für die kaltherzige Welt des Kapitalismus.

Ich schlage vor, beide Traditionen zu kombinieren - vielleicht wäre das ja die Erfolgsstrategie, eine unerwartete Wendung, auf die niemand vorbereitet wäre, auch die nicht, die an Halloween die Fensterläden schließen, das Licht löschen und die Jalousien herunterlassen. Statt Hexen-, Zombie- oder Frankenstein-Kostüm wäre dann die passende Verkleidung als Jung- oder Thälmannpionier zu wählen (rote und blaue Dreiecks-Halstücher jetzt im Handel), statt “Süßes sonst gibts Saures” rufen wir “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!” und marschieren gleichgeschaltet im Stechschritt von Haus zu Haus, die “Internationale” schmetternd.

Grusliger sind die kapitalistischen Zombies auch bloß nicht.

Gunter

Frühstück in Montreux

Ja – ich weiß, ich hänge tierisch. Seit fast einem Monat habe ich hier nichts von mir hören (bzw. lesen) lassen. Und dabei bin ich noch nicht mal ganz durch mit meinen Berichten aus dem Frankreich-Urlaub – zu erzählen gäbe es also wahrlich genug. Eine bessere Entschuldigung als „keine Zeit“ habe ich leider auch nicht zu bieten. Asche auf mein Haupt. Es verbleibt mir daher nur, auf eure Nachsicht zu hoffen und einfach so weiter zu machen, als wäre nichts geschehen. Bis zum Abschluss von Projekt 90 an meinem 35. Geburtstag am 25. Oktober vergehen schließlich noch ziemlich genau drei Monate - und die wollen noch mit Anekdoten und allerlei Wissenswertem gefüllt werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Gunter

Choucroute

Choucroute
© Windrose / PIXELIO

Über den guten elsässischen Wein und den leckeren Münsterkäse hatte ich ja bereits vor kurzem berichtet, über die elsässische Küche gibt es aber noch viel mehr zu erzählen - je nach Blickwinkel viel Gutes (Geschmack) oder eben nicht ganz so Gutes (Gehalt). Abnehmende oder abnehmwillige Leser brauchen jetzt wirklich gute Nerven - denn was jetzt gleich kommt, ist auf keinen Fall der Masterplan für eine ausgewogene und gesunde Ernährung! Ich selbst habe auch schlapp gemacht und den Großteil der gleich folgenden Gerichte nicht selbst probiert. Den ganzen Beitrag lesen »

Gunter

Shopjogger

In zwei Stunden startet unser alljährliches großes Spargelessen und mir graut schon jetzt davor. Die leckeren Erdbeer-, Philadelphia- und Daim-Torten für das Kaffeeetrinken stehen bereits auf der Anrichte, die Versuchungen für danach liegen grillfertig verpackt im Kühlschrank. Ich höre jetzt schon das rhythmische Klappern des Schneebesens gegen die Innenwand des Kochtopfes, wenn Conny nachher beginnt die Hollandaise zu aufzuschlagen. Es wird furchtbar, soviel ist sicher… Den ganzen Beitrag lesen »

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