30.07.2009
Clafoutis
Über die mehr als gehaltvolle elsässische Küche hatte ich ja schon berichtet, heute soll es nun wie angekündigt um die süßen Elsässer Leckereien gehen.
In Frankreich ist es recht üblich, zu Mittag ein Tagesmenü zu kredenzen, zu dem sich der geneigte Gast wahlweise eine Vorspeise oder ein Dessert wählen kann. Glasklar, dass ich mich da für das Dessert entscheiden musste. Meist war das auch gar nicht so schlimm, denn einer der Klassiker ist recht kalorienarm: körniger Hüttenkäse im Glas serviert mit frischen Waldbeeren - das ist zwar nicht sehr süß aber trotzdem ziemlich lecker. Nachahmung empfohlen.
Außerdem traf man allerorts auf Tartes aller Art. Neben dem allgegenwärtigen Flammkuchen (Tarte Flambée) war die süße Gattung vornehmlich in Form von Heidelbeerkuchen (Tarte aux myrtilles) anzutreffen. So eine Art Mürbeteigboden mit einem kleinen Rand drumrum und leicht gelierten Heidelbeeren als Belag. Naja, schmeckte um ehrlich zu sein nicht besonders - der Boden zu trocken, die Decke zu wenig süß, die Schlagsahne zu vorhanden. Nicht ganz mein Fall…
Am deutlichsten im Gedächtnis geblieben ist mir aber der regionaltypische Clafoutis – so eine Mischung zwischen Eierkuchen, Auflauf und Kuchen mit frischem Obst (in unserem Fall Äpfeln). Der wurde uns von Grit mit ganz viel Liebe in Eigenregie nach einem Originalrezept zubereitet, sah auch sehr lecker aus, konnte aber unser aller Erwartungen nicht ganz erfüllen. Irgendwie schmeckte diese kleine französische Nachspeise einfach zu sehr nach Ei. Wenigstens war tüchtig Puderzucker obendrauf… Später am Abend versuchte ich dann noch, das Naschwerk mit etwas Nutella aufzupeppen – ein kleiner Nougat-Clafoutis, wie Steffen das Experiment nannte. Das Nutella war gut – aber der Clafoutis, naja…
Und zum Abschluss noch etwas unnützes Wissen: In Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ werden Clafoutis mit Äpfeln und Birnen serviert. Dieses Stück war übrigens die einzige Inszenierung der Inselbühne (der ich seit langem sehr freundschaftlich verbunden bin), die ich in den letzten Jahren nicht gesehen habe. So schließt sich der Kreis…
Fazit: Süßigkeiten im Elsass muss nicht sein. Aber Käse, den können sie dort.






Lieber Knut,
da das Projekt 70 ja dann im Februar läääängst hinter dir liegen wird, kannst du dir für unseren nächsten gemeinsamen Urlaub ja schon mal was aus der “Spezialitätenregion Oberbayern” aussuchen. (http://www.food-from-bavaria.de/de/reg_spez/regionen/ –> 2 Rhomben unten links in der Ecke, dort unser Haus).
Wie wärs z. B. mit “Auszognen” oder aber “Bavesen”; “Schuchsen” hören sich auch gut an.
“Hollerküachl” - auch sehr interessant, im Winter wohl aber nicht machbar. Passender da wohl eher die “Wachsstöcke”, die zu Mariä Lichtmess (vierzig Tage nach Weihnachten - das könnte zeitlich passen) verzehrt werden.
Bei den Rohrnudeln (http://www.food-from-bavaria.de/de/reg_spez/einzelprodukt.php?an=75) läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen!
Vielleicht sollten wir das ein oder andere ja im Vorfeld schon mal ausprobieren, damit es dann vor Ort auch klappt…
Mich reizt die “Bayerische Bierwurst” - aber das sind ja gleich zwei gute Dinge auf einmal… Das geht nun wirklich nicht.