Darüber schreibt wieder mal niemand. Dabei beginnt es schon morgens beim Frühstück. Ich frage den netten Mann vom Brötchendienst, ob er etwas im Angebot hat, dass ich in meinem momentanen Zustand unbesorgt zu mir nehmen könne. „Nur unseren Mädchenbagel.“, ist seine ebenso freundliche wie erschreckende Antwort. Kann man tatsächlich von einem 1,85 großen, knapp 150 Kilo schweren Typen verlangen, einen „Mädchenbagel“ zu bestellen? Vor den Kollegen?
Das geht ja gegen Frauen und gesundheitsbewusste Männer gleichermaßen. Das sind ja gleich zwei Diskriminierungen auf einmal. Das geht nun wirklich nicht.
Ich für meinen Teil könnte diskriminieren so viel ich will. Als Dicker hat man da Narrenfreiheit. Wer wagt es schon, gegen einen Dicken Anschuldigungen zu erheben? Das ist doch an sich schon so was von diskriminierend.
Fitness-, Wellness- oder Ultralight-Bagel, das würde ich mir noch gefallen lassen. Aber das. Womöglich will er mich sogar diskriminieren – ich war früher einer seiner besten Kunden. Jetzt passt sein Produktportfolio nicht mehr zu meiner Nachfrage. Vielleicht ist es Rache.
Ich nehme den Bagel trotzdem. Und hüpfe pfeifend und singend zurück an meinen Platz. Meine Zöpfe wippen dabei lustig im Wind.
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Am Sonntag gegessen:
Käsefrühstück mit Radieschen, Rindsroulade mit Rotkohl, Bananenflakes, Reste von der Schweinelende mit griechischem Nudelsalat
Am Montag gegessen:
Mandarinen-Müsli, Lachsforelle mit Kartoffel-Kürbis-Püree und Möhren (Brigitte-Diät), Salat mit Champignons (Jetzt sind sie endlich alle!)
Gestern gegessen:
Vollkornbrot mit Putenbrust, Apfel, Vegetarisches Thai-Curry mit Reis, Hühnchenbrust mit Reis
Auch ein Klassiker: Das Kinderschnitzel.
Wenn Tomatenketchup aus Tomaten gemacht ist und Gurkensalat aus Gurken - woraus in aller Welt sind dann Kinderschnitzel? Oder schlimmer noch: Babyöl?
Sei froh, dass du zurzeit (ich meine in deinem Zustand) keine Frau bist.
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