08.01.2009
Fitness
Ich muss echt verzweifelt sein. Ich habe mich nämlich allen Ernstes in einem Fitness-Studio angemeldet. Eine Jahresmitgliedschaft sogar! Wie konnte es nur dazu kommen? Jahrelang lag mir doch nichts ferner als die Vorstellung, mich stundenlang in einem geschlossenen Raum auf ein stationäres Fahrrad zu setzen und dann inmitten einer riesigen Schar von Vollblutsportlern so zu tun, als würde ich mit ihnen auf Leben und Tod um die Wette radeln – obgleich wir es alle in Wirklichkeit nicht einmal vermögen, uns auch nur einen Millimeter vorwärts zu bewegen. Nun habe ich es also doch getan.
Zu meiner Verteidigung muss ich aber anbringen, dass wir hier nicht von so einem heruntergekommenen Trainingszentrum sprechen, in dem ausschließlich gestählte Bodybuilder trainieren, die einen wie mich höchstens als Zusatzgewicht akzeptieren würden, niemals aber als ihresgleichen. Stattdessen fiel meine Wahl auf einen riesigen, elitären Wellness-Tempel mit zwei Etagen voller Cardio- und Kraftgeräte, einer weiteren Etage für die ausladende Saunalandschaft sowie die Massageräume und sogar einem mittelgroßen Schwimmbad im obersten Stockwerk. Dieses zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass es sich aufgrund eines architektonischen Meisterkniffs zu großen Teilen sogar unter freiem Himmel befindet. Von diesem einladenden Umfeld erhoffe ich mir echte Vorfreude auf die nun regelmäßig zu absolvierenden Besuche der Lokalität und ein engagiertes Training in freudiger Erwartung der in Aussicht stehenden Belohnung in Form von Sauna- und Whirlpool-Gang.
Das ganze Jahr über werde ich mich nun also einmal in der Woche in dieser Lokalität auf dem Crosstrainer einfinden, um mit einem Kollegen eifrig zu trainieren. Das ist eine feste Verabredung, eine Verpflichtung, ein heiliger Schwur. So schützen wir uns gegenseitig davor, zu schwächeln und mit der Zeit aus reiner Trägheit die Sporteinheiten erst schleifen und später dann ganz fallen zu lassen.
Und was soll ich sagen: Wie so oft ist alles halb so schlimm. Die modernen Geräte überfordern den Anfänger zwar ein bisschen (Was zum Teufel gibt es an einem Crosstrainer nur alles einzustellen, dass dafür allen Ernstes sage und schreibe 35 verschiedene Bedienelemente benötigt werden?) - aber der Button für den „Quick Start“ ist groß, grün und somit leicht zu finden. Kopfhörer hatte ich glücklicherweise auch dabei, so musste mein Blick zumindest nicht tonlos zwischen nerviger Klingeltonwerbung, Dr. House und N24 Wissen hin und her wandern.
Kurioserweise begleitete mich über weite Strecken des ersten Trainings ein Beitrag über die regionalen Besonderheiten und Feinheiten des Herstellungsprozesses diverser Lebkuchen-Varianten. Das passte zwar zur nahenden Weihnachtszeit aber irgendwie überhaupt nicht zu meiner mentalen Verfassung. Auf Sport war ich eingestellt und nicht auf weihnachtliche Leckereien. Die sagenhaften 400 Kalorien des gezeigten Lebkuchens sollen dann auch mal lieber schön im Bildschirm bleiben. Auf den Hüften kann ich sie nun wirklich nicht gebrauchen.







Ich meld dich schon mal bei Mr. Hamburg 2011 an.
also ich laufe lieber draußen an der frischen Luft und frier mir den Arsch ab. Der wiegt ja schließlich auch was
Dabei holt man sich in solchen Fitnessstudios doch nur Bakterien und Schweissvergiftungen *grins*
Ich denke auch gerade drüber nach, bin aber noch zu keiner endgültigen Entscheidung gelangt. Momentan bleibt es bei Tischtennis und WiiFit.
Der bezahlte Jahresbeitrag als Motivation? Da könnte auf Dauer ja Frust aufkommen…
Bald kommt der Sommer, dann kann man auch wieder nach draußen
Solange sind doch Crosstrainer eine super Alternative.