14.04.2008
Freunde
Ist es nicht wunderbar, Freunde zu haben. Freunde erden einen, unterstützen, helfen in der Not, amüsieren, unterhalten, hören zu… Was aber, wenn man abnehmen will? Ich glaube, in diesem Falle ist es manchmal gar nicht so förderlich, befreundet zu sein. Das soll jetzt wirklich nicht verbittert oder gar menschenfeindlich klingen – aber Abnehmen und Freunde, das geht einfach nicht gut zusammen.
Zuallererst mal sind Freunde manchmal einfach zu ehrlich („Sorry, aber in dem T-Shirt kann ich beim besten Willen nicht erkennen, dass du schon abgenommen haben sollst.“) Gut – schonungslose Ehrlichkeit gehört zum Job, aber nach drei Monaten bei Wasser, Brot und Spielen (ich überspitze bewusst) trifft einen so was einfach wie ein Schlag ins Gesicht. Oder eben in den Bauch.
Zum zweiten verbringt man mit Freunden eben gerne seine Zeit. So kommt es, dass du dich unversehens auf `nem Kindergeburtstag wiederfindest mit einem Soft-Cake in deinem Mund. Eine geschlagene Stunde hattest du es geschafft, die quietschbunt gestaltete Packung einfach nur hin und wieder verstohlen anzustarren wie eine attraktive Ex-Freundin, die mit ihrem neuen Lover da ist. Plötzlich aber findet sich der weiche Orangen-Keks mitten in deinem Mund wieder. Und da gehört er nun definitiv nicht hin. Trotzdem schmeckt er so süß wie ein lange vergessener Kuss. Manchmal räumen Freunde einfach nur zu spät den Kaffeetisch ab.
Außerdem wissen sie zu viel über dich. Sie kennen deine Vorlieben, Stärken und Schwächen oftmals besser als du selbst. Wenn sie dir dann – zum Beispiel von einer Reise - etwas mitbringen, (wobei sie es aus Tarnungsgründen - nicht unähnlich deinen Eltern übrigens - häufig als „für die Kinder“ deklarieren) handelt es sich manchmal um etwas so unglaublich leckeres wie M&Ms mit Erdnussbutter-Füllung. Ist doch klar, dass ich so eine Appetitlichkeit nicht einfach links liegen lassen kann. So was gibt es hierzulande schließlich gar nicht – und das vermutlich aus gutem Grund. Da kann man sich schon zusammenreimen, warum die Amis alle übergewichtig sind.
Und dann diese herrlichen Abende, an denen man gemeinsam im Arbeitszimmer auf dem Fußboden sitzt und über Bioläden, Google und Chuck Norris philosophiert. Die ganzen leeren Bierflaschen bemerkt man natürlich immer erst am Morgen danach.
Wer solche Freunde hat, braucht gar nicht erst abzunehmen. Da mag man sich auch so.
Richtigstellung des Autors:
Dieser Text entstand im Zustand schockartiger Überzuckerung durch M&Ms. Natürlich liebe euch, alle - wirklich! Vor allem Dorian, Robert, Bergo und Mike, die sich im oben gesagten wiedererkannt haben dürften.
@Bergo: Ich weiß schon, dass die M&Ms tatsächlich für die Kinder gedacht sind. Ich habe auch nur eine drei Handvoll genascht.
@Ein Freund: Diesmal erwarte ich deinen Kommentar natürlich mit besonderer Spannung!

Offensichtlich sind die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung in den USA nicht so streng wie hierzulande. Der Hinweis „LARGE“ als Prognose für zukünftige Kleidergrößen scheint auszureichen.






Freitag gegessen:
Körnerbrötchen mit Käse, Bananen-Müsli mit Joghurt, Spaghetti mit Bärlauchpesto und getrockneten Tomaten, Tortellini mit einer Gemüse-Sauce, 2 Bier, 2 Gläser Wein, eine handvoll M&Ms
Samstag gegessen:
Körnerbrötchen mit Schinken, Birnen-Müsli mit Joghurt, Chicken Korma mit Reis und Fladenbrot, kleiner Obstteller, Tortellini mit Pilz-Tomatensauce, eine handvoll M&Ms
Gestern gegessen:
Körnerbrötchen mit Käse und Bierschinken, Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, einen Soft-Cake, Radieschen und Möhrensticks mit Quark, ein Schrimps-Sandwich, zwei Bier, eine handvoll M&Ms
Bei Aktionen, wie dem Abnehmen, dem Durchziehen einer Schwangerschaft oder der Selbstverwirklichung durch ein Arschgeweih sind Freunde, deren Kommentare, Anregungen und manchmal auch deren Taten in eigenartig gehäufter Form anzutreffen. Hin und wieder ist ein gewisser ironischer Unterton aus all diesen Bekundungen herauszuhören und die Betroffenen kommen unweigerlich zu der Frage: „Nehmen die mich und mein Vorhaben überhaupt ernst?“ (Gute Frage!) Die Frage: „Nehmen die mich überhaupt wahr und interessiert sich irgendein Schwein für mich?“ stellt sich in Fällen solcher Anteilnahme erfreulicherweise nicht. Und so kann man erst einmal seine weiteren Gedanken auf einem positiven Fundament gründen. Kleine Sticheleien wie: „ich finde ein Arschgeweih passt nicht zu dir“ oder „Arschgeweih? Das ist doch out!“ muss man gelassen hinnehmen und in die Kategorie Neid einstufen. Aber was schreibe ich hier vom Arschgeweih? Du bist doch gerade dabei abzunehmen. Obwohl - vorausgesetzt du erreichst dein Ziel, was ich überhaupt nicht bezweifle, dann wäre doch gerade eine solch schöne Verzierung das i-Tüpfelchen deiner Metamorphose. Doch Achtung Knut: jetzt bloß nicht übermotiviert ins nächste Tattoo-Studio und drauflos gestochen. Du solltest deinen Wunsch und dessen Umsetzung noch etwas Zeit geben und es unbedingt herauszögern. Ein Tattoo bei einer Person mit einer Köpermasse von z.B. 70 Kg aufzutragen, um es dann später auf den Hüftumfang eines 155 Kg Persönchens zu dehnen, macht nicht viel Sinn, ist aber auch nicht halb so schlimm, wie andersrum!
Sind noch m&m’s? Ich würde die gern mal probieren.
Ich fürchte nicht. Die Kids schlagen unbarmherzig zu. Wenn doch, bring ich dir nächste Woche welche mit.