Mein Diäterfolg
Ich habe 65 Kilo in 15 Monaten abgenommen. Mit eisernem Willen, gutem Essen und viel Bewegung.
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Gunter

Gourmet

So paradox es klingen mag: wenn ich in meinem Diät-Projekt eines zu schätzen gelernt habe, so ist es gutes Essen. So war es denn auch eigentlich eine ganz logische Konsequenz, dass ich diese Passion auf die nächste Stufe heben musste. Daher haben meine Frau und ich in den letzten Monaten ein bisschen gespart und uns am vergangenen Wochenende einen romantischen Abend im Falco gegönnt - einem noblen 2-Sterne-Restaurant hoch über den Dächern von Leipzig.

Ein paar Tipps für den zumindest scheinbar souveränen Auftritt in diesem für uns beide doch recht ungewohnten Ambiente konnte ich mir vorab bei einem Kollegen und Feinschmecker abholen - trotzdem empfing uns das Restaurant um 20 Uhr mit eher männlichem, sachlich kühlen und alles in allem einfach zu hellem Stil. Später aber, als sich die Nacht sanft über unsere Heimatstadt herabsenkte, verschwand mit dem Tageslicht auch die anfängliche Anspannung und es wurde richtig gemütlich.

Der Aperitiv (Champagner) tat sein übriges und nach dem etwas unspektakulären Gruß aus der Küche entschieden wir uns also für das Menü “Passion” (wenn schon, denn schon) - allerdings aus ethischer Überzeugung ohne die als Entree vorgesehene Entenstopfleber.

Stattdessen eröffnete unser Menü ein Knusper von Roter Beete mit Kokosnuss und Kaviar, gefolgt von Jacobsmuscheln mit Seegras und Misoöl in Begleitung eines Johannisbeersorbets. Den Abschluss des ersten, maritimen Teils bildete eine im Vakuum zubereitete Seezunge auf einer Spinat-Petersilien-Kombination mit Nußbutteremulsion - vielleicht das beste Stück Fisch, dass ich je gegessen habe.

Sowohl zum Kalbsbries mit grünem Spargel als auch zur Bluttaube auf Bohnen mit Macadamia Nuß, Koriander und Zitronenmelisse passte der von uns gewählte Rotwein dann deutlich besser. Der heimliche Höhepunkt war allerdings der Käsewagen, von dem wir aus über 50 Sorten die leckersten auswählen und mit diversen Chutneys verfeinern durften.

Beim Dessert war die Arbeitsteilung klar - meine Frau genoß die Himbeer-Margaritas, während ich gleich zwei der himmlischen Schokolade-Törtchen verputzen durfte. Zum krönenden Abschluss schließlich wurde noch eine Auswahl der Confiserie gereicht, aus der besonders der Safran-Marshmellow mit Kräutersalz im Gedächtnis blieb.

Fazit: Das Essen war inspirierend und lecker, der Service hervorragend und das Personal erfrischend unverkrampft. Gegen halb eins haben wir das Restaurant satt und hoch zufrieden nach einem tollen Abend verlassen. Eigentlich hat alles gestimmt - außer dem Preis…

Schon um sich sowas einmal im Jahr leisten zu können, müssten wir tüchtig sparen. Aber womöglich machen wir das sogar.


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2 Kommentare zu “Gourmet”

  1. Sinaam 27.05.2009 um 13:53

    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Das hört sich sehr verlockend an. Ich denke ich werde meinen Mann überreden, dass wir auch ein wenig sparen, um uns so einen Abend zu gönnen.

  2. spivam 04.06.2009 um 00:53

    Ich wollte da auch schonmal immer mit meinem Weib einkehren, aber bei dem Ete Petete bekomm ich jetzt schon Angst.

    Kalbsbries mhmmm… ich hoffe deine Veterinärmedizinerin hat Dir erklärt welches leckere Drüsenorgan das ist… ich könnte das beim dem Gedanken daran schon nicht.

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