Mein Name ist Gunter. Ich war schwer übergewichtig und habe 2008 in einem Jahr 60 Kilo mit Ernährungsumstellung durch einen Online-Diätberater und regelmäßigen Sport abgenommen (siehe Projektplan). 2009 habe ich dann weitere 5 Kilo abgenommen und wiege heute 90 Kilo. Dieses Gewicht will ich nun dauerhaft halten. Dies ist mein Blog übers Abnehmen, Diät und Sport...
Mein kleiner Tipp für die Sommerzeit: Öfter mal eine Schale Erdbeeren essen.
Als kleine Süßschnute verfalle ich leider immer wieder gern den Versuchungen von Schokolade, Kuchen und Co. Zum Glück gibts im Sommer aber leckere fruchtige Alternativen. Erdbeeren zum Beispiel sind süß, saftig und trotzdem gut für die Figur. Durch ihren Ballaststoffgehalt und die entwässernde Wirkung helfen Erdbeeren beim Erreichen der eigenen Diät-Ziele - gerade dann, wenn einen wie mich öfter mal die Sucht nach was Süßem überkommt.
Hier ist Naschen erlaubt. Trotz des Furchtzuckergehalts enthalten 100 g Erdbeeren gerade mal läppische 32 kcal. Der hohe Ballaststoffgehalt verzögert außerdem die Zucker-Aufnahme im Blut. Erdbeeren genießen ist also gesund und kalorienarm.
Zucker und Milch muss man aber natürlich leider weglassen
Wie schlimm das ist, wenn man so maßlos ist wie ich. Mit einem Ziel vor Augen kann ich wohl diszipliniert sein - ich denke, das habe ich zur Genüge bewiesen. Aber wenn ich eigentlich ganz zufrieden bin und mein Ziel gar nicht so richtig konsequent verfolge, dann rutsche ich gleich in die ungebremste Völlerei ab. Das ist echt erschreckend.
Die letzten Wochen und Monate habe ich ein schlimmes Doppelleben geführt: in der Woche war ich stets der eiserne, mit an Besessenheit grenzender Euphorie Sport treibende Asket, der sich tagein tagaus nur von Salat ernährte und auch schon mal ganze Mahlzeiten ausfallen ließ. An den Wochenenden aber schlug ich maßlos über die Stränge, stopfte mich ohne Sinn und Verstand mit Kuchen und Süßigkeiten voll, spülte alles mit reichlich Alkoholhaltigem herunter und fasste ein ums andere Mal den festen Entschluss, mit einer weiteren asketischen Woche alles auszugleichen und am nächste Wochenende ganz sicher nicht wieder so schlimm sündigen zu wollen.
Aber das funktioniert einfach nicht und inzwischen geht mir dieser permantente Selbstbetrug ganz gehörig auf die Nerven - irgendwie sitze ich mit meinem abartigen Verhaltensmuster hoffnungslos tief in einer Falle fest, die mir meine eigene ausgebuffte Psyche ungemein geschickt gestellt hat.
Aber ich bin schlauer - denn ich finde jetzt zurück zum Maß. Das beginnt damit, daß ich keine überambitionierten Ziele mehr verfolge und keine unangemessenen Maßnahmen mehr ergreife. Ich lege daher heute folgendes fest:
85 Kilo erreiche ich, wenn überhaupt, dann erst Mitte nächsten Jahres.
Um die 90 (plus/minus zwei Kilo) will ich aber bleiben und jede Woche, die mir das gelingt ist ein Erfolg.
Alkohol und Süßes sind nicht tabu - aber maßvoll muss es zugehen.
Sport praktiziere ich ausgewogen - keine erzwungenen 2-Stunden-Läufe mehr wegen des Gewichts.
Ohne übermäßigen Sport verspiele ich nämlich den derzeit ständig paraten Freifahrtschein für übermäßigen Genuß - wer nicht so viel Sport macht, darf einfach auch nicht so viel essen. So müsste ich mich doch eigentlich wieder in den Griff kriegen. Oder eben noch mehr zunehmen.
Halloween ist vorbei - und natürlich haben es vor allem unsere Kinder ausgiebig gefeiert. Sie freuen sich alljährlich darauf wie allenfalls noch auf Geburtstage und Weihnachten. Ein bisschen eigenartig ist das schon, wenn man bedenkt, das wir selbst als Kinder das Fest überhaupt nicht kannten. Dabei wäre das Einsammeln von massenhaft Süßigkeiten definitiv mein Fall gewesen - und einen leichten Hang zum Morbiden hatte ich als Nachwuchs-Gruftie damals wohl auch. Erst in den 90er-Jahren aber schwappte “All Hallows Even” aus seinem irischen Mutterland über Amerika auch zu uns hinüber. Während meiner Kindheit in der DDR gab es zwar wohl Kürbisse, aus denen wurde aber in der Regel Suppe oder Kürbiskuchen gemacht. Gräßliche Fratzen zur Abwehr böser Geister haben wir niemals geschnitzt - dabei war doch gerade das Gespenst des Kapitalismus eine allgegenwärtige, nicht zu unterschätzende Bedrohung.
Damals klingelten wir als junge Menschen noch bei den Omas und Opas im Haus, um ihr Leergut zum SERO (Sekundärrohstoffhandel) zu bringen oder ihnen die Kohlen aus dem Keller nach oben zu tragen, nicht aber um sie zu nachtschlafender Zeit mit einem geschrienen “Süßes sonst gibts Saures!” wegen eines popeligen “Fetzer”-Riegels aus der wohlverdienten Nachtruhe hochschrecken zu lassen. Das wiederum ist der Jugend von heute vollkommen fremd. Es geht nur noch darum, wer am schnellsten zum nächsten Haus rennen, den höchstgelegenen Klingelknopf erreichen, am lautesten schreien und einen der vorderen Plätze am Gartentor ergattern kann. Glücklich und erfolgreich ist nur, wer beim abschließenden Tütenvergleich die dickste hat - eine perfekte Schule für die kaltherzige Welt des Kapitalismus.
Ich schlage vor, beide Traditionen zu kombinieren - vielleicht wäre das ja die Erfolgsstrategie, eine unerwartete Wendung, auf die niemand vorbereitet wäre, auch die nicht, die an Halloween die Fensterläden schließen, das Licht löschen und die Jalousien herunterlassen. Statt Hexen-, Zombie- oder Frankenstein-Kostüm wäre dann die passende Verkleidung als Jung- oder Thälmannpionier zu wählen (rote und blaue Dreiecks-Halstücher jetzt im Handel), statt “Süßes sonst gibts Saures” rufen wir “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!” und marschieren gleichgeschaltet im Stechschritt von Haus zu Haus, die “Internationale” schmetternd.
Grusliger sind die kapitalistischen Zombies auch bloß nicht.
Das muss man einfach gelesen haben! Steffen hat mit SWEET! ein cooles Magazin rund ums Süße herausgebracht, als Gegenangebot zum neuen, stark fleischlastigen Männermagazin BEEF! von Gruner + Jahr. Einfach nur gut (besonders der Beitrag über die gefälschten Eier aus Rumänien auf Seite 5)!
Morgen habe ich Geburtstag. Morgen ist der Tag, an dem Projekt 100 ursprünglich beendet sein sollte. Nachdem alles viel besser lief als gedacht und ich die magische Marke von 100 Kilo bereits zu meinem Geburtstag im letzten Jahr nur ganz knapp um rund 2 Kilo verfehlt hatte, erreichte ich dieses erstes Ziel dann nur drei Wochen später und machte direkt neue Pläne für 2009: 90 Kilo sollten es nun sein, zu erreichen abermals bis zu meinem 35. Geburtstag - doch auch die wurden deutlich vorfristig geknackt, nämlich erstmals bereits Ende Februar. Im Anschluss hielt ich mich viele Wochen und Monate recht wacker, so dass ich mich in der Lage fühlte, abermals ein ehrgeizigeres Ziel anzupeilen, nämlich 85,4 Kilo. Nun - diesmal musste ich mir nach kurzer Zeit eingestehen, dass ich mir wohl etwas zu viel zugetraut hatte - und einen Monat vor Ablaufen der Frist schließlich Verzug anmelden. Den ganzen Beitrag lesen »