01.04.2008
Picknick
Samstag:
Ausgerechnet Hackbraten! Das war immer mein Leibgericht. Wenn es Hackbraten gibt, gerate ich ins Schwärmen. Der Geschmack befördert mich direkt auf eine Zeitreise zwanzig Jahre in die Vergangenheit und es werden die tollsten Kindheitserinnerungen wach. Jetzt steht er hier zwischen Aufläufen und Hähnchenspießen auf Kathrins Geburtstagsparty. Schweren Herzens entscheide ich mich für die (extrem leckeren) Salate: einerseits Gemüse, andererseits Glasnudeln. Heute also kein Trip in die Kindheit, dafür aber die erste Poker-Runde seit über 10 Jahren. Auch irgendwie `ne schöne Zeitreise. Ich verliere haushoch.
Sonntag:
Am Ostersonntag war noch tiefster Winter - das war vor genau einer Woche. Jetzt ist wieder Sonntag und der Sommer hat begonnen. Wir sitzen auf einer Parkwiese in Machern und die Sonne scheint uns 19 warme Grad auf die Nasenspitzen. Wir machen ein Picknick. Früher wäre mir das nicht eingefallen, irgendwohin raus zu fahren, nur um dort Nahrung aufzunehmen. Jetzt sitzen wir hier und essen: Brötchen, Obst und die Kinder ein paar Würstchen.
Dabei ist mir dann etwas erstaunliches klar geworden: Es klingt absurd, aber Essen hat in meinem bisherigen Leben eigentlich immer nur eine Nebenrolle gespielt. Es war nie die Sache, um die es ging. Es war nie der Genuss an sich, der mich verführte. Essen war schöne Gewohnheit, genüsslicher Ausgleich, anregendes Beiwerk oder ausschweifende Dekadenz. Aber Essen um des Essens Willen? Eine Mahlzeit, die man bewusst erlebt, die man in den Mittelpunkt der zwanzig Minuten stellt, in denen man sie zu sich nimmt? Das hat es bisher nicht gegeben. Erst jetzt fange ich an, das Essen bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Und ich muss sagen: Es liegt ein Oscar für die beste Hauptrolle in der Luft.
Schwer wird es dann noch mal am Parkausgang. An dem Eiscafé kommen wir natürlich nicht vorbei. Eiskugeln in allen Regenbogenfarben für die Kinder und je einen Latte Macchiato für die Eltern. Mehr darf es aber diesmal nicht sein: kein Eis, kein Milchshake, kein Garnichts… Das ist ungewohnt und tut auch ein bisschen weh.
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Samstag gegessen:
Vollkornbrötchen mit Pastrami, Bachforelle mit Zitronensauce, Mischgemüse und Reis, Salat, Glasnudelsalat, 3! Bier (eins davon alkoholfrei)
Sonntag gegessen:
Vollkornbrötchen mit Käse, Rührei, Vollkornbrötchen mit Salami, Weintrauben, Spaghetti mit Würstchen-/Mais-Tomatensauce
Gestern gegessen:
Vollkornbrötchen mit Schmelzkäse, Apfel, Salat mit Champignons und Hüttenkäse
…Sommer hat begonnen, …die Sonne scheint, …19 warme Grad…, …ein paar Würstchen, …am Parkausgang.
Da fällt mir ein, wie ist das in diesem Jahr mit dem (ACHTUNG KNUT! JETZT KOMMT DAS KLEINGESCHRIEBENE – DU MUSST DEINEN GANZEN MUT ZUSAMMENNEHMEN UM WEITER LESEN ZU KÖNNEN) Angrillen? Hu- ich hoffe, du hast das letzte Wort überlebt und bist nicht am Schreibtisch zusammengebrochen. Vielleicht sollte ich C2 anrufen- zum Trost spenden. Ne- mal im ernst: Kann man dich noch zu solchen Aktivitäten einladen oder bist du dann drauf wie z.B. ein militanter Nichtraucher? Zur Tarnung und fürs gute Gewissen würde ich auch einen Salat bereitstellen.
Steak mit Salat ist OK. Oder Gemüse aus Alufolie oder so. Ich komme gern!
Meinst du so? >>> http://www.persy.net/knut/knut11/
Fleisch ist mein Gemüse - you know
Kommt jetzt übrigens auch als Film
http://www.testspiel.de/archives/2008/03/20/fleisch-ist-mein-gemuese/