05.09.2008
Öl och Fiske
Heute gibt’s die letzte Geschichte aus dem Schweden-Urlaub – darin geht es um die Grundversorgung mit teilweise tierischen und teilweise alkoholhaltigen Lebensmitteln.
An ein, zwei Tagen lebten wir ja wie gesagt ganz gut von dem, was der Wald für uns bereit hielt – mit den schwedischen Flüssen und Seen hatten wir aber leider nicht so viel Glück. Nicht, dass wir es nicht probiert hätten – im Gegenteil. Sogar mehrere Male warfen wir an verschiedenen Stellen die Blinker aus, waren aber einfach nicht „fängig“. Nicht einen einzigen Fisch haben wir gelandet. Blamabel! Dabei heißt es heißt ja eigentlich, jeder Idiot könne in Schweden Fische fangen… Vielleicht bin ich einfach nicht idiotisch genug? Tröstlich, die eigene Unzulänglichkeit in männlichen Grunddisziplinen wie dem Fischen mit zivilisatorischen Qualitäten überdecken zu können. Meine Familie hätte ich so früher jedenfalls nicht über die Runden gebracht.
Zum Glück mussten wir unseren Alkohol nicht auch noch selbst fangen – obwohl der Zugang dazu in Schweden bekanntermaßen heftig beschränkt ist. Bier erhält man allerdings ganz regulär im Supermarkt. Es rangiert dort unter dem mehr als passenden schwedischen Namen „Öl“.
Der Schwede an sich trinkt im Laufe eines Tages drei verschiedene Sorten Öl. Er beginnt zum Mittagessen (das im Übrigen etwas zeitiger eingenommen wird als bei uns) mit Lattöl – einem sehr leichten Bier mit kaum Alkohol. Später beim Abendbrot (das lustigerweise Middag heißt) wird das normale Öl getrunken. Auch das hat immer noch deutlich weniger Prozente als die deutschen Biere, nämlich in der Regel 3,5. Von dieser Art haben Steffen und ich gemeinsam beim allabendlichen „Siedler von Catan“-Spielen mutmaßlich einen Sixpack von jeweils einer anderen Sorte gekillt. Empfehlen kann ich „Småland“ und vor allem „Falcon“ – die schmecken fast wie echtes Bier. Das gute Starköl, welches im Alkoholgehalt den deutschen Bieren gleicht, habe ich hingegen nur ein, zwei Mal probieren können.
Insgesamt gab’s für mich im Urlaub also definitiv zu wenig Frischfisch und zu viel Öl - manchmal sogar ein paar Chips dazu.
Naja, ist ja noch mal halbwegs gut gegangen.
Aus Schweden habe ich zwar keinen Fisch mitgebracht, dafür aber eine schicke neue Bartfrisur. Den ganzen Zivilsationquatsch wie rasieren lässt man im Urlaub ja eher weg.
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Mittwoch gegessen:
Annanas, kleine Portion Hühnchen in Sojasauce mit Reis, Rinderfiletstreifen mit Gemüse, 3 alkoholfreie Weizenbier
Gestern gegessen:
Tomate, Putenstreifen aus dem Wok mit Reis, Orange, Gulasch mit Klößen und Kaisergemüse
Passend zum letzten Schweden-Urlaub-Bericht fand ich soeben im Netz einen schönen Bericht: “… Nach dem Urlaub weiß man wieder, dass die entscheidende Trennlinie in Europa nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen Nord und Süd verläuft. Im Norden ernährt man sich, im Süden wird gegessen…” -
Härjedalen lag und liegt schlichtweg sowas von nördlich dieser Demarkationslinie… Aber im nächsten Jahr wollt ihr die “Rotterdam-Constanta-Linie” ja wieder in südlicher Richtung überqueren… Ob sich allerdings dann und dort auch so gut und allabendlich 3 Bäume gegen 1 Erz tauschen lassen werden… ???
Grüße von Grit
Bericht unter: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,576239,00.html
@Grit: Mir tauschen aber Bäume jerne! Lust auf Siedler heute Abend?
Wenn ich nicht schon mit Dir verheiratet wäre, würde ich Dich glatt fragen, ob Du mit mir gehen willst!