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Gunter

Spaßbad

Leo kann schwimmen. Er hat die letzten Wochen und Monate hart trainiert und sich dabei einem seiner Generation völlig uneigenem, mir aus meiner eigenen Kindheit aber durchaus noch gegenwärtigem, postsozialistischem Drill unterworfen. Ja, es gibt sie noch, die knallharten, unnachgiebigen Turnlehrer, die neben Anabolika wohl den größten Anteil an der Hervorbringung der deutschen demokratischen Schwimmelite hatten. Und sie haben es noch immer drauf. Die bringen auch in Zeiten der kapitalistischen Wirtschaftskrise garantiert jeden Sechsjährigen bis zum Seepferdchen. Angst gilt nicht.

Eine Vorführung seiner neu erworbenen Fähigkeiten hatte ich mit Sohnemann für das vergangene Wochenende anvisiert. Zu diesem Zweck begaben wir uns mit der ganzen Familie in einen dieser chlorgeschwängerten nautischen Spaßtempel, in denen man jegliches Zeitgefühl vergäße, wäre da nicht die monotone Regelmäßigkeit der zyklischen Wellenbäder - immer fünf vor halb.

Schon am Eingang wurde ich mit den Auswirkungen meiner neuen körperlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Als erste Amtshandlung musste ich mir nämlich eine neue Badehose besorgen. Größe 7. “Und sie sind sicher, dass die passt?”, fragte mich die Fachverkäuferin, sicher eher getrieben von der mutmaßlich erdrückenden Anzahl zurückliegender Retoureversuche als von echtem Zweifel an meinen Fähigkeiten zur Körpereinschätzung. “Ja!”, erwiderte ich also laut und bestimmt, um kurz darauf ein Zustimmung heischendes, deutlich leiseres “Sie etwa nicht?” nachzusetzen. Die Dame legte sich nicht fest, murmelte etwas von Winterkleidung und schwerer Schätzung, hielt mich dann aber wohl nicht für jemanden, der bereits benutzte Bademode zurückgibt, weil sie ein bisschen zwickt. Ich durfte das Modell also behalten.

Knackig frisch verpackt begab ich mich kurz darauf in den Badebereich, wobei ich die Frage der Verbringung meiner verbliebenen Bauchfalte inner- oder ausserhalb des Badehosenbundes für die gesamte Dauer unseres Besuches nicht abschließend zu klären vermochte. Beides sieht irgendwie komisch aus. Vielleicht kann man da zukünftig mit etwas Paketklebeband ein bisschen Form reinbringen? Obwohl, wenn es sich löst, wird das adhäsive Hilfsmittel womöglich ernsthaft hinderlich auf der Megarutsche… Das wäre doch fatal, aus reiner Eitelkeit in einer der Windungen festzukleben, während oben schon wieder das grüne Lichtlein den Weg für den nächsten Rutscher freigibt, oder? Andererseits, noch vor kurzem wäre ich halt einfach in der Röhre steckengeblieben.

Wie man’s macht…

2 Kommentare zu “Spaßbad”

  1. Gunteram 03.02.2009 um 09:19

    Samstag gegessen:
    Toast mit Krabbencreme und Nutella, Spaghetti mit Pesto, Marzipanküchlein, Hühnchenkeule mit Reis

    Sonntag gegessen:
    Toast mit Ziegenkäse, Tomaten, Müsli mit Apfel, Gemüseteller, kleiner Salat, Lebkuchen, ein paar Kekse, Chicken Khorma mit Reis, Garnelen mit Kichererbsenpanade, ein Marzipanstern

    Gestern gegessen:
    Körnerbrötchen mit Corned Beef, Käse und Nutella, Chinesisch: Rinderhack mit Wok Gemüse, Kartoffeln und Reis, Kannibchenbraten mit Klößen, Reibekuchen mit Apfelmus und Zucker, Ananas

  2. Lutz Balschuweitam 03.02.2009 um 10:29

    Ein Badeanzug wäre die Lösung und der ist noch nicht mal out :-)

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