26.09.2009
Verzug
Irgendwie wäre das einfach kein richtiges Projekt, wenn es nicht am Ende noch einen unerwarteten Verzug gäbe. Irgendwie dachte man die ganze Zeit, alles sähe gut aus - der Fortschritt war auf Plan, alles entwickelte sich wie gewünscht und dann, vier Wochen vor Schluß, stellt man fest, dass es doch nicht ganz so ablaufen wird, wie man sich das vorgestellt hatte. Letztenendes glaube ich, war ich einfach ein wenig zu ambitioniert, vielleicht sogar ein bisschen übermütig. Womöglich wäre das waghalsige Ziel sogar zu schaffen gewesen, aber gegen Ende hin, da gibt es einfach keine Reserven mehr zu aktivieren, ich bin ausgelaugt, ausgebrannt, nicht mehr leistungsfähig.
Ich habe vieles versucht - zum Beispiel laufe ich seit ein paar Wochen morgens die deutlich längere 90-Minuten-Strecke - und eine Zeit lang hat es ja auch ganz gut gewirkt. Aber während ich mich in der Woche quäle, bei Wasser und Brot und manchmal gänzlich ohne Mittagessen versuche, die Pfunde purzeln zu lassen, schlage ich daheim am Wochenende maßlos über die Stränge, frühstücke quasi nur noch Nutella aus dem Glas, nehme mir beim Mittagessen zwei Mal nach, nasche abends und trinke zu viel Bier.
Und so ist es heute offensichtlich, soviel muss ich mir als Projektleiter eingestehen, dass ich mein Projektziel nicht zur vorgesehenen Deadline erreichen werde. Zwischendurch war das Ziel schon zum Greifen nah, aber in den letzten beiden Wochen habe ich mich so konsequent gegen eine konzentrierte Projektarbeit entschieden, dass dieser Verlust an Qualität in der verbleibenden Projektlaufzeit nicht wieder aufzuholen ist.
Nun, ich will es professionell betrachten: Wie kann ich reagieren? Welche Möglichkeiten habe ich?
1.) Mehr Personal einsetzen - ist in meinem Fall leider schlecht möglich. Wen soll ich für mich laufen schicken? Wer soll statt meiner das Frühstück verputzen?
2.) Mit reduziertem Umfang live gehen - nun, das ist mir bereits gelungen. Damit allein wäre ich nicht zufrieden.
3.) Die Projektlaufzeit verlängern - ja, das werde ich tun. Ich halte am Projektziel (85,4 Kilo) fest, gebe mir aber einfach ein bisschen länger Zeit dafür. Mit konsequentem Sportprogramm und nur leicht korrigierter Ernährung sollte das eigentlich zu schaffen sein. Sagen wir - bis Ende des Jahres…?
Also - hiermit berichte ich dem Lenkungsausschuss, dass Projekt 70 nicht wie geplant am 25. Oktober abgeschlossen sein wird, sondern erst am 31. Dezember. Macht ja auch eigentlich nichts - dann war die Laufzeit genau zwei Jahre und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Ich bleibe dran, ohne besessen zu sein.
Jetzt, wo es raus ist, bin ich irgendwie nicht mal richtig geknickt - eher ein bisschen erleichtert.
Besser spät als nie…






Hey Knut,
wir sehen uns ja immer mal selten und in langen Abständen. Auf dem Fockeberg neulich dachte ich schon Mensch … ehmm nicht das der so einen Lagerfeld Koller bekommt. (Hast mich es etwas an ihn erinnert).
Was Du bist jetzt geschafft hast wissen eigentlich nur die Leute die Dich vorher und nachher kennen. Dein Kampfgeist und Wille war immer, in jeder deiner Zeilen dieses Blogs zu spühren.
Sei stolz auf das geschaffte und lass dennoch jetzt nicht abreissen beim dir gesetzten Endziel.
Egal welche Kilomarke du knackst, welches Ziel Du Dir steckst - ich denke den Sinn für das Wesentliche, nämlich bewusste Ernährung und Sport, nimmt Dir sowieso keiner mehr.
Du wirst am Ziel nicht in alte Laster zurückfallen, Dir würde das Jogging regelrecht fehlen. Dessen bin ich mir sicher. Wenn Du dies konsequent weiter betreibst wirst Du ein gutes Körpergewicht halten können. Egal was nun ganz genau vor oder nach dem Komma steht.
Ich -da ich hier so schlau daherrede - betreibe ja eigentlich auch keinen Sport, ausser unregelmäsig 1x Woche Schwimmen. Aber ich habe auch nicht die Veranlagung irgendwie.
a.) ich esse mit Spaß aber nicht üppig
b.) ich bin kein Süßmaul
c.) ich rauche
Eine Currywurst z.b. bringt mich locker über den halben Tag … 5-6 Stunden ohne das ich Hunger bekomme…
Naja wie auch immer,
ALLES GUTE WEITERHIN !
spiv.